Warum unscharfe Fotos?

Porträtfotografie mit der Camera obscura

 

“Meine unscharfen Bilder stehen symbolisch für unser Leben selbst. Es lässt sich ebenfalls in vielen Bereichen nicht scharf darstellen”.

Diese Erkenntnis fasziniert mich seit einigen Jahren. Oft sehnen wir uns danach, unsere Lebensumstände klar zu definieren und fühlen uns unwohl, wenn es nicht gelingt. Unsere Erfahrungen, Erinnerungen und vor allem unsere Gefühle sind und bleiben aber nun einmal unscharf. Gerade aus diesem Grunde empfinde ich die fotografische Wiedergabe unseres Lebens mit der analogen Camera obscura als eine Bereicherung. Sie akzeptiert die Unmöglichkeit einer scharfen Abbildung des von uns Erlebten nicht nur, sie repräsentiert sie. Ich stelle das Unbestimmte, die Halbheit und den immer wieder notwendigen Kompromiss dar.
Meine Fotos wollen sehr persönlich auf ihre Weise davon erzählen. Perfektion ist und bleibt eine Utopie. Spüren auch Sie, dass die Akzeptanz der Unschärfe für uns lebensnotwendig ist? Dass vielleicht gerade sie uns Mensch sein lässt?
Seit Mai 2019 finden die Bilder eine Ergänzung. Meine sogenannten “sixième”-Fotografien sind ebenfalls unscharf und entstehen durch eine besondere Technik, bei der die (in diesem Falle digitale) Kamera während der Aufnahmezeit von 1/6 Sekunde bewegt wird.
Alle Abzüge entstehen in streng limitierter Auflage von maximal 5 Exemplaren auf hochwertigem Barytpapier. Sie sind rückseitig betitelt, nummeriert und signiert und auf besonderen Wunsch mit einer Widmung versehen. Der Preis für ein Bild (ab 94€) ist abhängig von Größe, Papierqualität, Passepartout und Rahmung. Er beträgt beispielsweise für einen feinen Barytabzug in der Größe 30×40 cm 280€ (gerahmt) bzw. 195€ (ungerahmt). Jeder dieser Vintageprints wird mit einem Zertifikat geliefert.
Die Bilder “temple bar district”, “hortensia” und “widerstand” sind ausverkauft und leider nicht mehr lieferbar.
Menü